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Die 10 teuersten Weine auf Amazon.de

Wer trinkt denn auch schon gerne Plörre? So oder so ähnlich denken wohl einige Online-Shopper mit definitiv sehr prall gefüllten Portokassen. Für die meisten Menschen ist ein Rotwein für 50€ sicherlich ein feines Mitbringsel. Einige Leuten scheinen allerdings, bereit zu sein, für den vermeintlich besonderen Genuss einen wesentlich höheren Betrag zu investieren. Wir haben im Folgenden die zehn teuersten Rot- und Weißweine von der Online-Handelsplattform Amazon aufgelistet:

 

Modell Preis
1 1982 Chateau Mouton Rothschild, Pauillac - 1982 Chateau Mouton Rothschild, Pauillac

1.450,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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2 Markus Molitor Zeltinger Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese *** 2013 (1 x 0.375 l) - Markus Molitor Zeltinger Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese *** 2013 (1 x 0.375 l)

2.085,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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3 Château Petrus 1994 - Château Petrus 1994

2.255,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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4 Penfolds Bin 620 2008 Magnum - Penfolds Bin 620 2008 Magnum

2.735,17 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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5 2005 Chateau Ausone, Saint Emilion - 2005 Chateau Ausone, Saint Emilion

3.161,65 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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6 2000 Chateau Cheval Blanc, Saint Emilion, Magnum - 2000 Chateau Cheval Blanc, Saint Emilion, Magnum

3.583,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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7 Château Mouton Rothschild (Magnum) 1982 - Château Mouton Rothschild (Magnum) 1982

3.804,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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8 La Tache - Domaine de la Romanée Conti 1959 - La Tache – Domaine de la Romanée Conti 1959

3.996,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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9 2005 Chateau Petrus, Pomerol - 2005 Chateau Petrus, Pomerol

5.911,70 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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10 1998 Chateau Petrus, Pomerol - 1998 Chateau Petrus, Pomerol

6.018,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
DetailsZu Amazon *

 

„Wer kauft so teure Weine? – und auch noch im Internet?“

Als Autor bei Küchen-Gurus.de und Student kann ich bei diesen Summen nur schlucken. Natürlich möchte ich nicht den Fehler machen und nur von meiner Person aus auf andere schließen. Der Vergleich des durchschnittlichen Einkommens der Deutschen mit dem Kaufpreis dieser Weine hinkt trotzdem und zwar gewaltig. Während laut des Datenanalyse-Portals Statista im Jahr 2016 bei 37.986€ lag kosten einige Flaschen Wein von Amazon schon einen guten Monatslohn.

Die potentielle Käuferschaft wird sich natürlich nicht im Arithmetischen Mittel der Vermögenspyramide aufhalten. In Deutschland gibt es viele sehr wohlhabende Menschen, für die ein solches Konsumgut sicherlich erschwinglich ist.

Wirft man beispielsweise einen Blick auf die verhältnismäßig hohen Gehälter im Management großer Konzerne sprängen natürlich einige Flaschen Wein pro Woche heraus. Ob sich ein so edler Wein auch im Rahmen eines Geschäftsessens von der Steuer absetzen lässt, ist natürlich mehr als fraglich 😉

Halten wir fest: Es gibt offensichtlich Leute, die solche Weine bezahlen könnten und anscheinend gibt es einen Markt im Internet dafür- oder doch nur scheinbar?

 

 

Werden diese Weine wirklich gekauft?

Unsere kleine Stichprobe der zehn teuersten Weine auf dem deutschen Marketplace von Amazon ist sicherlich beeindruckend. Doch ohne wirklich Abverkäufe können die Preise auch nur der reinen Fantasie der Händler entsprungen sein. Aus diesem Grund haben wir diese zehn Weine genauer begutachtet.

Amazon hat ein ganz praktisches Tool, um die wirkliche Anzahl an Verkäufen zu bestimmen. Dieses Instrument nennt sich Best-Seller-Rank (kurz: BSR). In jeder Kategorie (im Falle von Weinen „Lebensmittel & Getränke“) und Unterkategorie (hier: Rotweine) nach der Anzahl an Bestellungen sortiert und gerankt. Auf den einzelnen Produktseiten findet man im unteren Bereich meist ein Kästchen, das so aussieht:

Im Falle des Rotweins mit einem moderaten Verkaufspreis von 16€ kann abgelesen werden, dass es sich um den sich am 56. bestverkaufenden Rotwein vom deutschen Marktplatz Amazon.de handelt.

Wenden wir diese Methode auf unsere Stichprobe an.

Eines fällt auf: Keiner der Weine hat eine Anzeige über den Verkaufsrang, was darauf schließen lässt, das sich die Weine nur sehr selten oder eben gar nicht verkaufen. Ein weiteres Merkmal, um die Abverkäufe zu schätzen, sind die Rezessionen. Leider sind auch diese nicht vorhanden, zumal hier ein „verifizierter Kauf“ im Amazon-Sprech darauf schließen lässt, dass dieser Kunde das Produkt tatsächlich über Amazon erstanden hat. Leider sind – neben offensichtlich sarkastischen Kommentaren – keine Rezessionen zu diesen Weinen vorhanden.

Ein Lachen konnte mir allerdings diese großzügige Rabattaktion eines Händlers entzücken. Ab einem Bestellwert von einer Gesamtsumme von 500€ gewährt dieser nämliche stolze 5% Rabatt auf den Einkaufswert:

Man bedenke: Bei diesem Wein handelt es sich nur um ein kleines Fläschchen mit 375ml. 🙂

 

An dieser Stelle hätte unsere kleine Untersuchung schon ein Ende haben können. Bei den vielen Abfragen der Suchergebnisse im Amazon-Store ist uns allerdings ein pikantes Detail nicht entgangen. Hierfür sollte ganz kurz der Sinn und die Funktionsweise des Suchalgorithmus beschrieben werden, den Amazon für die Sortierung der Produkte benutzt.

Amazon profitiert als einen Rahmen schaffende Plattform von jedem Verkauf (meist mit stolzen 15%). Als Folge dessen sind sie sehr daran interessiert, beständig den erzielten Umsatz zu maximieren. Es kann sich also lohnen ein teureres Produkt, das sich schlecht verkauft über ein günstigeres Produkt mit vielen Verkäufen zu platzieren, wenn schlichtweg die Summe des Umsatzes höher ist.

Zurück zu uns: Wir haben am 29.01.2017 nach dem Begriff „Rotwein“ gesucht. Zur großen Überraschung erschient der 1998 Chateau Petrus, Pomerol (damals 6018,00€ die Flasche) auf Platz 7 umringt von dramatisch viel günstigeren Modellen:

 

 

Die Tatsache, das ein derart teures Produkt so hoch in den Suchergebnissen ist, lässt eigentlich nur darauf schließen, dass zumindest eine Feinschmecker einen Batzen Geld dafür auf den Tisch gelegt hat. Interessant ist in jedem Falle aber der Vergleich zum Platz 6 Rotwild Dornfeld. Für den Preis eines Liters 1998 Chateau Petrus könnten hier ganze (300 * 6 =) 1800 Flaschen – in Worten eintausendundachthundert Flaschen erstanden werden.

 

 

Unser Fazit:

Anhand bekannter Merkmale konnten wir nicht feststellen ob und wie viele der edlen Weinflaschen tatsächlich über Amazon verkauft wären. Denkbar wären vereinzelte Käufe. Die potentielle Zielgruppe dafür gibt es und mit Angeboten wie Amazon Now kann der größte Online-Versandhändler auch in diesen Schichten punkten 😉

Ansonsten bleibt nur zu sagen: Prost! Fehlt noch das bezahlbare Getränk? Dann sind vielleicht diese Rotweine für unter 20€ vielleicht was für Dich.

Heute etwas spendabler? Dann ab in die Rubrik Rotweine für unter 50€ 🙂